Was macht ein 15-Jähriger im Bundesministerium der Finanzen?

Am 26. August 2011 wurde der größte Saal des Bundesministeriums der Finanzen in „Matthias-Erzberger-Saal“ umbenannt. Zu dieser feierlichen Veranstaltung wurden von Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble zahlreiche Gäste eingeladen. Unter den Besuchern war auch ein 15-Jähriger namens Matthias Erzberger.

Es gibt mutige und interessante Menschen, die uns besonders ansprechen, weil sie einfach außergewöhnlich sind. Man möchte sie nicht vergessen, auch wenn sie nicht mehr da sind, und man möchte den anderen von ihnen erzählen. Deswegen benennt man zum Beispiel Straßen, Plätze oder Gebäude und manchmal sogar Säle nach ihnen. So geschah es auch am 26. August 2011 im Bundesfinanzministerium. Der größte Saal des Bundesministeriums wurde in „Matthias-Erzberger-Saal“ umbenannt. Zu dieser feierlichen Veranstaltung wurden von Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble zahlreiche Gäste eingeladen. Unter den Besuchern war auch ein 15-Jähriger namens Matthias Erzberger. Wurde der Saal etwa nach ihm benannt? Das wäre sicher toll und „Matze“ Erzberger, wie er sich selbst nennt, wäre vermutlich noch stolzer, als er es an diesem Tag sowieso schon war. Denn einem 15-Jährigen passiert es nicht jeden Tag, dass ihm der Bundesfinanzminister die Hand schüttelt. Bundesfinanzminister Dr. Schäuble war es besonders wichtig, gerade diesem jungen Mann zu begegnen. Denn „Matze“ Erzberger ist nicht nur der Namensvetter, sondern auch ein Nachkomme des Mannes, nach dem der Saal im Bundesfinanzministerium benannt wurde.

Wer war nun dieser Matthias Erzberger?

  • Matthias Erzberger war Reichsfinanzminister in der Weimarer Republik.
  • Er wurde am 26. August 1921 von zwei Fanatikern ermordet.
  • 90 Jahre nach diesem traurigen Ereignis wurde der größte Saal des Bundesfinanzministeriums nach Matthias Erzberger benannt.

Matthias Erzberger war ein mutiger und kluger Politiker im Deutschen Reich und in der Weimarer Republik. Von Juni 1919 bis März 1920 war er auch kurze Zeit Reichsfinanzminister. Damit war er quasi ein Vorgänger des heutigen Bundesfinanzministers Dr. Schäuble. Er war ein gerechter Mensch, der sich in den schweren Zeiten des Ersten Weltkrieges für den Frieden in Europa und die Einheit in Deutschland eingesetzt hat. Als wichtiger deutscher Politiker hatte er 1918 das Waffenstillstandsabkommen von Compiègne unterzeichnet und auch die Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages befürwortet. Damit hatte für Deutschland der Erste Weltkrieg zwar mit der Niederlage, aber, was viel wichtiger war, endlich mit dem Frieden geendet. Von vielen, die mit seiner Einstellung nicht einverstanden waren, wurde Erzberger dafür kritisiert. Das ist etwas, das bis heute fast allen Politikern auch immer wieder passiert.

Erzberger selbst konnte leidenschaftlich mit seinen Gegnern diskutieren, wenn es um Sachen ging, die für Deutschland wichtig waren. Er ist aber nie jemandem mit Hass oder Feindschaft entgegengetreten. Sein eigener Einsatz für den Frieden in Europa und die Demokratie in Deutschland kostete ihn aber sein Leben. Am 26. August 1921 wurde Matthias Erzberger von zwei Fanatikern ermordet.

Genau 90 Jahre nach diesem traurigen Ereignis bekam der größte Saal des Bundesfinanzministeriums seinen Namen. So kam es zum Zusammentreffen des 15-Jährigen „Matze“ Erzberger mit Bundesfinanzminister Dr. Schäuble in dem neu benannten „Matthias-Erzberger-Saal“.

Die mutigen und interessanten Menschen, wie Matthias Erzberger einer war, können auch heute noch Menschen zusammenführen und ihnen Freude und Mut schenken. Ob für einen 15-Jährigen oder für einen Finanzminister, es ist nicht immer einfach, mutig zu bleiben, wenn es Schwierigkeiten gibt. Auch für Matthias Erzberger war es nicht einfach. Er hat weniger an sich gedacht und „handelte entschlossen für das Land und seine Menschen und ließ sich nicht beirren“ – so sagte es Dr. Schäuble in seinem Grußwort. Das ist auch heute noch ein Maßstab für die Politik: sich für die Mitmenschen und für sein Land einzusetzen.

Ministerium

Stimmt, Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble spricht ein bisschen anders als die Leute in Hannover oder Hamburg. Hat vielleicht was mit seiner Heimat zu tun. Wo die ist, erklärt er euch hier mit eigenen Worten.

Das Bundesfinanz-
ministerium in Berlin ist in einem Haus untergebracht, das viele Geschichten erzählen könnte. Was die Mitarbeiter heute tun und warum es wichtig ist, die Erinnerung an vergangene Epochen in der Wilhelmstraße wach zu halten, könnt ihr hier nachlesen.

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