Wie werden Zollhunde ausgebildet?

Vor Hündin Cafra kann man nichts verstecken, zumindest keine Drogen. Sie ist eine Spürhündin auf der Suche nach Rauschgift. Vor ihrem Einsatz beim Zoll haben sie und ihr Hundeführer lange die „Schulbank gedrückt“ und Lehrgänge absolviert – ein harter Job für beide.

Hunde wie Cafra schnüffeln je nach ihrer speziellen Ausbildung nach Drogen, Zigaretten, Bargeld, Sprengstoff oder Waffen. Viele von ihnen sind außerdem als Schutzhunde ausgebildet, damit sie auf ihre Frauchen und Herrchen im Dienst auch aufpassen können. Insgesamt sind in ganz Deutschland mehr als 500 Zollhunde im Einsatz, etwa die Hälfte von ihnen als Schutzhunde mit zusätzlicher Spürhundausbildung.

Dienst auf Probe
Bevor die angehenden Zollhunde ihren Dienst aufnehmen können, müssen sie sich zunächst innerhalb einer Probezeit bewähren. In dieser Zeit sollen der Hund und sein Hundeführer zu einem Team zusammenwachsen. Außerdem wird der künftige Zollhund von einem Tierarzt gründlich „durchgecheckt“. Denn nur kerngesunde Hunde können den erheblichen Stress, mit dem die Hunde umgehen müssen, auf Dauer gut bewältigen. Um bei der Diensthundeschule als „ausbildungstauglich“ anerkannt zu werden, müssen die Hunde darüber hinaus wichtige Wesenseigenschaften mitbringen. Soll der Hund ein Spürhund werden, ist es unverzichtbar, dass er einen ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb besitzt – er darf sich also nicht davon abschrecken lassen, wenn es einmal länger dauert, bis er seine Beute gefunden hat. Wenn der Hund ein Schutzhund werden soll, muss es ihm zusätzlich besonders wichtig sein, sein Herrchen oder Frauchen gegen Angreifer zu beschützen und sich dazwischenzuwerfen, wenn jemand hinterrücks angreift. Unter Fachleuten sagt man, dass der Hund einen ausgeprägten „Wehr- und Schutztrieb“ besitzen muss. Erfüllt der Hund am Ende der Probezeit all diese Anforderungen, beginnt die gemeinsame Ausbildung.

Vom Hund zum Schutz- oder Spürhund
Ob ein Hund Schutz-, Spürhund oder beides wird, hängt zusätzlich davon ab, zu welcher Hunderasse er gehört: So kommen als „Schutzhunde“ nur die Tiere in Betracht, die zu einer „Diensthunderasse“ gehören – also beispielsweise Deutsche und Belgische Schäferhunde und Riesenschnauzer – oder diesen ähneln. Auf den Stammbaum kommt es dabei nicht an – Hauptsache, der Hund ist für seine künftigen Aufgaben gut geeignet. Zusätzlich soll er auch die Fähigkeit zum Spürhund besitzen, damit er eine „Doppelausbildung“ bekommen kann. Außerdem gibt es auch reine Spürhunde anderer Hunderassen, etwa Labrador, Retriever, Cocker Spaniel oder Jack Russell Terrier.

  • Ein Zollhund ist in der Regel zehn Jahre im Dienst.
  • Beim Zoll bilden Hund und Herrchen für Jahre ein Team.
  • Zollhunde müssen auch eine Ausbildung machen.

Ausgebildet werden die Hunde an einer der beiden Zollhundeschulen in Deutschland (in Bleckede in Niedersachsen und Neuendettelsau in Bayern). Hund und Hundeführer werden immer als Team gemeinsam ausgebildet. Mit dabei ist meistens auch ein Hundelehrwart. Das ist eine Beamtin oder ein Beamter mit vielen Jahren Erfahrung im Umgang mit Hunden. Dieser „Hundescout“ kümmert sich später auch darum, dass die Teams am Einsatzort betreut und fortgebildet werden.

Die Ausbildung zum Schutzhund beginnt mit einem dreiwöchigen Vorbereitungslehrgang. Nach einer kurzen Erholungsphase schließt sich ein Vertiefungslehrgang an, der fünf Wochen dauert und mit einer Prüfung endet. Wie das Wort „Schutz“ schon sagt, soll der Hund ab diesem Zeitpunkt seinen Hundeführer vor tätlichen Angriffen bei dessen Kontrolltätigkeit bewahren – zum Beispiel, wenn ein Angreifer von hinten auf die Zollbeamtin oder den Zollbeamten zustürzt. Reine Spürhunde erhalten keine derartige Ausbildung, weil sie sich vor allem dort um die Suche nach Schmuggelgut und verbotenen Stoffen kümmern, wo sie mit ihrer geringen Größe und Wendigkeit besonders gut Verstecke aufspüren können: Sie können beispielsweise auch in eng gepackten Containern zwischen oder über den Waren suchen.

ZollhundFür Cafra, die sowohl Schutz-, als auch Spürhündin ist, ging es danach mit der Ausbildung zum Spürhund weiter: Auch diese ist in zwei Abschnitte aufgeteilt. In einem Grundlehrgang von vier bis sechs Wochen werden die angehenden Spürhunde „konditioniert“, das heißt, sie lernen, ganz bestimmte Duftstoffe (Rauschgifte, Tabak, Waffen etc.) zu erkennen. Dafür nutzen die Ausbilder vor allem den Spiel- und Beutetrieb des Hundes: Erkennt er den Duftstoff und zeigt ihn an, wird er von seinem Frauchen oder Herrchen belohnt – das heißt, er darf ganz ausgiebig mit ihm oder ihr spielen. So lernt der eine Hund die Duftstoffe der unterschiedlichen Rauschgifte, der andere zum Beispiel die verschiedener Sprengstoffe kennen und kann gezielt nach ihnen suchen.

Aktive und passive Spürhunde
Damit das Herrchen oder Frauchen auch erkennt, dass der Spürhund etwas gefunden hat, ist es wichtig, das Verhalten des Hundes richtig „lesen“ zu können. Wie dieses Verhalten aussieht, hängt davon ab, ob der Hund als „aktiver“ oder „passiver“ Spürhund ausgebildet worden ist. Wenn er als aktiver Spürhund trainiert wurde, zeigt er seine „Beute“ an, indem er an ihr herumkratzt und vielleicht auch in sie hineinbeißt. Er wird mit aller Kraft versuchen, in ihren Besitz zu kommen – bis die Hundeführerin oder der Hundeführer ihn zurücknimmt. So kann es passieren, dass er Gepäckstücke und Frachtgut auf dem Flughafen oder Postsendungen ankratzt oder bei der Durchsuchung einer Wohnung vielleicht in ein Sitzpolster beißt, wenn dort etwas Verbotenes versteckt wurde. Ein passiv ausgebildeter Spürhund verhält sich hingegen eher unauffällig. So kann er zum Beispiel am Flughafen auch in der unmittelbaren Nähe von Passagieren und ihrem Handgepäck eingesetzt werden, ohne diese zu verängstigen. Wenn ein solcher Passivspürhund seine „Beute“ findet, setzt er sich zum Beispiel einfach hin – und zwar vor die Person oder den Gegenstand, von der oder dem der Duft eines gesuchten Stoffes ausgeht.

Hat der Hund sein Grundtraining hinter sich, steht für ihn eine Fortbildung auf dem Programm, die je nachdem, wie schwierig das Lernprogramm ist, weitere vier bis sieben Wochen dauert. Hier werden die bislang gelernten Grundkenntnisse des Spürhundes überprüft und erweitert. So lernt zum Beispiel der Rauschgiftspürhund alle wichtigen Drogenarten kennen. Besonders lange dauert es, einem passiven Spürhund beizubringen, dass er zwar eine Beute anzeigen, aber nicht auf sie zustürzen soll. Wenn die „Lehrlinge“ alle Stufen der Ausbildung erfolgreich hinter sich gebracht haben, können sie bei ihren Heimatdienststellen in ihrem jeweiligen Spezialgebiet den Dienst antreten – natürlich nur gemeinsam mit ihrem Herrchen oder Frauchen im Team. Damit das Gelernte nicht in Vergessenheit gerät, übt der Zollhundelehrwart auch weiterhin etwa alle vier Wochen mit den Teams – so wie bei Spitzensportlern, die fortlaufend an ihrer Technik feilen. Zusätzlich wird das Wissen der Hunde in Abständen von zwei Jahren an der Zollhundeschule aufgefrischt.

Freunde fürs Leben
In der Regel ist ein Zollhund bis zu seinem zehnten Lebensjahr im Dienst. Danach kommt er nicht etwa ins Tierheim, sondern verbringt seinen wohlverdienten Ruhestand weiterhin bei seiner Hundeführerin oder seinem Hundeführer zu Hause – als Familienhund.

Zoll

Der Zoll ist eine Behörde, die zum Bundesfinanzministerium gehört. Oberster Zoll-Chef ist also Dr. Wolfgang Schäuble.

Zöllner sichern den Artenschutz und überwachen unsere Grenzen. Sie kontrollieren, dass keine illegalen Waren eingeschleust werden und bekämpfen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in ganz Deutschland.

Außerdem fördert der Deutsche Zoll den Spitzensport. Im Zoll-Ski-Team sind die besten Skifahrer Deutschlands aktiv.

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